Auf einen Blick

Was
Perlite ist ein natürliches vulkanisches Glas, das bei rund 850–1200 °C erhitzt wird und sich dabei auf etwa das Zehnfache seines Volumens aufbläht.
Wofür
als Zuschlag in Blumenerde (meist 10–30 %), für Anzucht und Stecklinge, in Kakteenerde und in der Hydrokultur.
Warum
mehr Luft an den Wurzeln, weniger Staunässe, Wasser wird in Poren und Zwischenräumen gehalten.
Eigenschaften
pH-neutral, nährstofffrei, ab Werk keimfrei, verrottet nicht, sehr leicht.
Bei uns
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Was ist Perlite?

Perlite (auch «Perlit» geschrieben) ist ein vulkanisches Gestein: ein glasartiges, rhyolithisches Lavagestein, das beim raschen Abkühlen von Lava entsteht und 3–5 % Wasser gebunden enthält. Wird das zerkleinerte Rohgestein schlagartig auf 850–1200 °C erhitzt, verdampft dieses Wasser und bläht jedes Korn auf – ähnlich wie Popcorn. Es entsteht ein weisses, poröses und extrem leichtes Granulat mit einem Porenvolumen von rund 97 %.

In der Pflanzenzucht ist Perlite ein echtes Multitalent: als Zuschlagstoff, der Erde dauerhaft lockert, oder als reines Medium für Stecklinge und Hydrokultur. Weil Perlite chemisch nahezu inert ist, verändert es weder den pH-Wert noch die Nährstoffversorgung Ihrer Erde – es verbessert ausschliesslich die Struktur.

Mehr dazu im Ratgeber: Was ist Perlite?

Produktvarianten

Welche Körnung Sie brauchen, hängt von der Anwendung ab: Feine Körnungen halten mehr Wasser, grobe Körnungen sorgen für mehr Luft.

Produktvarianten
KörnungTypische Anwendung
fein, ca. 0–3 mmAussaat, Anzuchterde, feine Substrate, Rasen und Sandböden
mittel, ca. 2–6 mmAllround: Zimmer- und Balkonpflanzen, Stecklinge, Hochbeet, Kübel
grob, ca. 4–8 mmgrobe Mischungen mit Rinde (z. B. Aroideen, Orchideen), Kakteen, Drainage
  • Welche Körnungen und Sackgrössen wir aktuell führen, nennen wir Ihnen gerne mit der Offerte.
  • 100 Liter Perlite wiegen trocken nur etwa 10–13 kg (typische Schüttdichte 96–128 kg/m³).
  • Grössere Mengen auf Anfrage.
  • Preise erhalten Sie mit Ihrer persönlichen Offerte.

Ihre Vorteile

  • Lockert und belüftet die Wurzeln

    Die harten, porösen Körner verhindern, dass Erde verdichtet. So bleibt Luft im Wurzelraum, überschüssiges Wasser läuft besser ab und das Risiko von Staunässe und Wurzelfäule sinkt.

  • Hält Wasser – ohne zu vernässen

    Perlite hält Wasser an seiner zerklüfteten Oberfläche und in den Zwischenräumen, gibt es an die Wurzeln ab und lässt gleichzeitig Luft durch. Das sorgt für gleichmässigere Feuchtigkeit.

  • Steril, neutral und nährstofffrei

    Ab Werk ist Perlite durch die Hitze keimfrei. Es ist pH-neutral und bringt keine Nährstoffe mit – Sie behalten die volle Kontrolle über Düngung und pH-Wert. Ideal für die Anzucht.

  • Leicht und langlebig

    Perlite ist sehr leicht: 100 Liter wiegen trocken nur etwa 10–13 kg. Töpfe, Balkonkisten und Dachgärten werden spürbar leichter. Und weil Perlite nicht verrottet, bleibt die Struktur Ihrer Erde über Jahre erhalten.

  • Für Profis und Hobbygärtner

    Ob Umtopfen auf dem Balkon, Anzucht auf der Fensterbank oder Hydrokultur im Gewächshaus: Perlite ist vielseitig und einfach zu verarbeiten.

Anwendungen und Mischverhältnisse

Richtwerte in Volumenprozent Perlite am fertigen Substrat. Details und Tabellen im Ratgeber Perlite richtig mischen.

  1. Verschiedene Zimmerpflanzen in Töpfen auf einem Holztisch vor einer hellen Wand

    10–30 %

    Zimmerpflanzen

    10–30 % Perlite in hochwertige Blumenerde mischen, als Faustregel etwa 20 % (1 Teil Perlite auf 4 Teile Erde). Für Pflanzen, die es luftig mögen – etwa Monstera, Philodendron oder Hoya – eher am oberen Ende.

  2. Vier Jungpflanzen mit kräftigem, freigelegtem Wurzelballen

    20–30 %

    Anzucht und Jungpflanzen

    Anzuchterde mit 20–30 % feinem Perlite, bei Anzuchtschalen bis 30 %. Für Aussaaten sind auch Mischungen 1:1 mit Anzuchterde üblich. Das lockere Substrat erleichtert feinen Wurzeln das Durchdringen.

  3. Gemüsebeet mit Salat und reifen Tomaten in einem Gewächshaus

    ca. 20 %

    Gemüse- und Kräuterbeete, Hochbeet

    Im Hochbeet oder in Kübeln rund 20 % Perlite in die obere Schicht mischen. Bei Kräutern aus dem Mittelmeerraum, die trockene Füsse mögen, eher etwas mehr.

  4. Blick durch ein langes Gewächshaus mit bepflanzten Tischen

    rein oder 20–30 %

    Hydrokultur und Gewächshaus

    Perlite kann rein als Substrat verwendet werden oder in Ebbe-Flut-Systemen mit 20–30 % einem anderen Substrat (z. B. Kokos) beigemischt werden.

  • rein oder 1:1

    Stecklinge

    Stecklinge bewurzeln in reinem Perlite oder in einer Mischung aus Perlite und Anzuchterde (bzw. Kokos) im Verhältnis 1:1. Mehr dazu im Ratgeber Stecklinge, Anzucht und Hydrokultur.

  • 30–50 %

    Kakteen und Sukkulenten

    30–50 % mineralischer Anteil, damit das Substrat schnell abtrocknet. Perlite lässt sich gut mit Bims, Lava oder Kies kombinieren.

  • 5–10 L/m²

    Boden lockern und Rasen

    Schwere, lehmige Gartenböden: etwa 10 Liter pro m² einarbeiten. Beim Rasen-Sanieren 5–10 Liter pro m² nach dem Vertikutieren einrechen.

Technische Daten (typische Werte)

Typische Werte für expandiertes Gartenbau-Perlite aus Herstellerangaben und Fachliteratur. Sie sind keine garantierten Spezifikationen unseres Produkts.

Technische Daten (typische Werte)
EigenschaftTypischer Wert
Materialexpandiertes vulkanisches Glas (Rhyolith), amorph
Hauptbestandteile (Rohgestein, vor dem Blähen)ca. 70–76 % Siliziumdioxid (SiO₂), 11–18 % Aluminiumoxid (Al₂O₃), 4–6 % Kaliumoxid
Expansionstemperaturca. 850–1200 °C
Volumenzunahme beim Blähenetwa 10-fach, je nach Rohstoff bis 20-fach
Schüttdichte (Gartenbau-Qualität)ca. 96–128 kg/m³ (100 L ≈ 10–13 kg)
Gesamtporenvolumenca. 97 Vol.-%
Wasserhaltevermögenca. 19 % (sehr grob) bis 52 % (fein) des Volumens
pH-Wertneutral, ca. 6,5–8,0
Nährstoffepraktisch keine (N, P₂O₅, K₂O je < 4 mg/l)
Kationenaustauschkapazitätsehr gering (ca. 1,5 meq/100 g)
Salzgehaltsehr gering (EC ca. 4 mS/m)
Hygieneab Werk keimfrei durch die Hitzebehandlung
Beständigkeitverrottet nicht, formstabil, bleibt über Jahre wirksam
Einstufung (CLP)nicht als gefährlicher Stoff eingestuft

Typische Werte für expandiertes Perlite aus Herstellerangaben und Fachliteratur, keine garantierten Produktspezifikationen.

Handhabung, Lagerung und Sicherheit

Staubarm verarbeiten

Perlite ist nicht als gefährlicher Stoff eingestuft. Wie jedes feine mineralische Material kann sein Staub aber Augen und Atemwege reizen. So bleibt die Verarbeitung staubarm:

  • Perlite vor dem Öffnen oder im Sack mit etwas Wasser befeuchten (bei einem grossen Sack einige Liter).
  • Im Freien oder bei guter Lüftung arbeiten und aus geringer Höhe schütten.
  • Bei grösseren Mengen oder in geschlossenen Räumen eine Staubmaske (Partikelfilter P2 / FFP2) und gegebenenfalls eine Schutzbrille tragen.
  • Von Kindern fernhalten; nicht verzehren.

Lagerung

Trocken oder feucht, warm oder kalt – Perlite verdirbt nicht. Geöffnete Säcke verschliessen, damit kein Schmutz, keine Samen und keine Schädlinge hineingelangen: Keimfrei ist Perlite nur ab Werk.

Wiederverwendung und Entsorgung

Gebrauchtes Perlite lässt sich wiederverwenden: Wurzelreste entfernen, im Sieb gründlich spülen und trocknen lassen; nach kranken oder befallenen Pflanzen mit kochendem Wasser übergiessen. Kleine Mengen können Sie einfach in Gartenboden oder Kompost einarbeiten. Grössere Mengen entsorgen Sie gemäss den Vorgaben Ihrer Gemeinde.

Nachhaltigkeit – ehrlich betrachtet

Natürlicher Rohstoff
Perlite ist ein natürliches Gestein. Weltweit wurden 2025 rund 4,6 Millionen Tonnen abgebaut, vor allem in China, der Türkei, Griechenland und den USA.
Aber nicht erneuerbar
Perlite wird im Tagebau gewonnen. Die Vorkommen sind gross, wachsen aber nicht nach.
Energie für das Blähen
Das Aufblähen bei über 850 °C braucht Energie. Branchenangaben für Dämm-Perlite nennen rund 0,5 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm expandiertes Perlite (etwa 60 kg pro Kubikmeter). Dazu kommt der Transport aus den Abbauländern.
Lange Nutzungsdauer
Perlite verrottet nicht und kann über viele Jahre und mehrfach verwendet werden.
Hilft beim Torfverzicht
Torf ist in der Schweiz ein Thema – der Abbau ist seit 1987 verboten, der Bund will den Torfverbrauch senken. Perlite ist ein häufiger Bestandteil torffreier und torfreduzierter Erden, weil es die Struktur liefert, die sonst Torf übernimmt.
Biolandbau
Laut der FiBL-Betriebsmittelliste 2026 (Ausgabe Schweiz) ist Perlit als mineralischer Bestandteil in Substraten erlaubt, sofern es nach der Gewinnung nicht behandelt wurde. Unser Perlite ist kein zertifiziertes Bio-Produkt.

Häufige Fragen zu Perlite

Wie viel Perlite gehört in die Blumenerde?

Für die meisten Zimmer- und Balkonpflanzen genügen 10–30 % Perlite, als Faustregel 1 Teil Perlite auf 4 Teile Erde (20 %). Kakteen und Sukkulenten vertragen 30–50 % mineralischen Anteil, Stecklinge wurzeln sogar in reinem Perlite.

Welche Körnung soll ich wählen?

Für Aussaat und feine Anzuchterde eignet sich feines Perlite (ca. 0–3 mm), für die meisten Anwendungen mittleres (ca. 2–6 mm) und für grobe, luftige Mischungen grobes (ca. 4–8 mm). Im Zweifel ist die mittlere Körnung die vielseitigste Wahl.

Ist Perlite giftig?

Perlite ist laut Sicherheitsdatenblättern nicht als gefährlicher Stoff eingestuft. Der feine Staub kann Augen und Atemwege reizen – deshalb Perlite vor der Verarbeitung befeuchten und bei grösseren Mengen eine Staubmaske tragen. Perlite ist nicht zum Verzehr bestimmt.

Enthält Perlite Nährstoffe?

Nein. Perlite ist praktisch nährstofffrei und chemisch nahezu inert. Es verbessert nur die Struktur der Erde; gedüngt wird wie gewohnt.

Verändert Perlite den pH-Wert?

Nein. Perlite ist pH-neutral (typisch 6,5–8,0) und puffert kaum. Der pH-Wert Ihrer Mischung wird von der Erde bestimmt.

Was ist der Unterschied zwischen Perlite und Vermiculite?

Perlite sorgt vor allem für Luft und Drainage, Vermiculite speichert deutlich mehr Wasser und Nährstoffe. Für luftige Erde und gegen Staunässe ist Perlite die bessere Wahl, für gleichmässig feuchte Aussaaten kann Vermiculite sinnvoll sein. Mehr im Vergleich Perlite, Vermiculite und Blähton.

Kann man Perlite wiederverwenden?

Ja. Perlite verrottet nicht: Wurzelreste entfernen, gründlich ausspülen und trocknen lassen. Nach kranken Pflanzen vorher mit kochendem Wasser übergiessen.

Warum schwimmt Perlite beim Giessen oben?

Perlite ist sehr leicht und kann bei trockenen Körnern oder starkem Giessen aufschwimmen. Abhilfe: Perlite vor dem Mischen anfeuchten, gut unter die Erde mischen und die oberste Schicht mit Erde abdecken.

Ist Perlite aus dem Baumarkt dasselbe?

Nicht immer. Perlite für Pflanzen ist unbehandelt. Manche Bau-Perlite für Dämmschüttungen sind bitumiert oder wasserabweisend behandelt und nicht für Pflanzen gedacht. Achten Sie auf die Bezeichnung für Gartenbau oder Pflanzen.

Bereit für lockere, gesunde Erde?

Sagen Sie uns, wofür Sie Perlite brauchen und wie viel – Sie erhalten eine unverbindliche Offerte.